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Altenberg
Geschichte über Altenberg
Geografie
Das Gemeindegebiet liegt im Osterzgebirge, dessen höchster Punkt sich mit dem Kahleberg (905 m über NN) auf dem Gemeindegebiet befindet. Im Gemeindegebiet entspringt die Weißeritz. Während die Ortsteile und Bärenstein im Weißeritztal bzw. Müglitztal auf ca. 400–500 m Höhe liegen, liegt z.B. der Ortsteil Falkenhain auf ca. 650–700 m Höhe; der Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld gar auf über 800 m Höhe.
Stadtgliederung
Zur Stadt Altenberg gehören die 11 folgenden Ortsteile: Bärenfels, Bärenstein, Falkenhain, Hirschsprung, Kipsdorf, Oberbärenburg, , Schellerhau, Waldbärenburg, Waldidylle und Zinnwald-Georgenfeld.
Geschichte
Altenberg wurde um 1440 als von Bergleuten nach dem Fund einer Zinnlagerstätte gegründet. Ursprünglich gehörten die Flurstücke den Herren von Bernstein, die Besitzer der Bärensteiner Herrschaft. Am 16. Dezember 1446 verkaufte der Ritter Hans von Bernstein den vierten Teil seiner Herrschaft an den Kurfürsten, damit wurde der Kurfürst Grundherr des jetzigen Altenbergs. Aufgrund der Ergiebigkeit der Lagerstätte entwickelte sich der Ort rasch zur wichtigsten Bergstadt im Osterzgebirge. Der wirtschaftliche Aufschwung führte bereits 1451 zur Verleihung des Stadt- und Marktrechtes. In diesem Zusammenhang wurde der Ort als frymarkt erwähnt. Als Stadt wurde Altenberg 1489 als uf dem Aldenberge und 1534 als zum Aldenbergk erwähnt. Der Name wird als der (im Vergleich mit dem Berg und der Stadt Geising) alte Berg erklärt. Vom bis ins 20. Jahrhundert hinein wirtschaftlich prägend gebliebenen Bergbau zeugen heute noch die Altenberger Pinge, ein 1620 entstandenere Einsturztrichter, die Zinnwäsche (technische Schauanlage), eine der ehemals 13 Wäschen mit Pochwerken und Schüttelherden im Raum Altenberg--Zinnwald sowie der Neubeschert-Glück-Stolln, in dem die alten Abbauverfahren nachgestaltet sind.
Seit dem 18./19. Jahrhundert ergänzten verschiedene Heimarbeiten (Holzspielzeug- und Strohblumenproduktion) die Erwerbsmöglichkeiten im Bergbau. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Altenberg aufgrund der schneesicheren Lage und der guten Erreichbarkeit (1923 Anschluss an das Eisenbahnnetz) zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge.
Vom 9. bis 14. Februar 1937 fanden in Altenberg die Deutschen Ski-Meisterschaften statt.
Am 10. Mai 1945 (zwei Tage NACH Kriegsende) wurden 75% des Stadtzentrums durch Tieffliegerangriffe der Roten Armee auf nach Böhmen flüchtende deutsche Truppen zerstört.
In den 1950er Jahren begann der Ausbau des Kurwesens. Nachdem der Bergbau 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde, erfolgte eine noch stärkere Konzentration auf den Fremdenverkehr und das Erholungs- und Kurwesen. Altenberg ist heute das Wintersportzentrum des Osterzgebirges.
Museen und Ausstellungen
Bergbaumuseum Altenberg: Das 1957 eröffnete technische Museum befindet sich in einer ursprünglich im 16. Jahrhundert erbauten und nach Sanierung technisch wieder funktionsfähigen Zinnpochwäsche. Es zeigt in Verbindung mit dem 180 m langen Neubeschert-Glück-Stollen (aufgefahren 1802-49, Schaustollen seit 1971) den Weg des Zinns vom Abbau bis zur Aufbereitung.
Besucherbergwerk Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald in Zinnwald-Georgenfeld: Das 1992 eröffnete Besucherbergwerk erschließt den 1686 von der Adelsfamilie von Bünau aufgefahrenen Tiefe-Bünau-Stollen. Imposant ist vor allem die durch Feuersetzen entstandene Reichtroster Weitung. Der knapp 3 km lange Rundgang führt unter Tage bis an die deutsch-tschechische Grenze heran.
Bergbaumuseum Zinnwald: Das im Huthaus der Gewerkschaft Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald befindliche Bergbaumuseum informiert seit 1983 über die Orts- und Montanhistorie Zinnwalds.
Sport
Rennschlitten- und Bobbahn: erbaut 1982/83; 1.413 m lang; 17 Kurven; Höhenunterschied 122 m; Gefälle bis 15 %; Geschwindigkeiten bis 130 km/h fahrbar; Austragungsort von Europa- und Weltmeisterschaften in Bob, Rodel und Skeleton
Landesleistungssportzentrum (Mountainbike,Skeleton, Rennrodel, Bob, Biathlon)
Sommerrodelbahn
Skilifte
Loipennetz, Skihang mit Beschneiung
Naherholungsgebiet mit Campingplatz und Riesenrutsche
Bäderlandschaft in der Rehaklinik „Raupennest“
Kulinarische Spezialitäten
Altenberger Kräuterlikörfabrik: seit 1842 Herstellung verschiedener Kräuterliköre mit so passenden Namen wie Knappenfeuer, Kufenwärmer, Pyramidenöl etc.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Altenberg liegt an der , die Dresden über Zinnwald mit Nordböhmen und Prag verbindet. Diese Straße hat sich seit ihrem Bau in den 1840er Jahren zu einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik entwickelt. Als Europastraße 55 war sie Teil des von Skandinavien nach Südosteuropa verlaufenden paneuropäischen Verkehrskorridors IV. Infolge der veränderten Wirtschaftsentwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung sowie der EU-Osterweiterung hatte sich ihr Verkehrsaufkommen insbesondere im Schwerlastverkehr stark erhöht. Dies lag auch darin begründet, dass der Grenzübergang Zinnwald-Georgenfeld zwischen dem Vogtland (Bad Brambach) und der Oberlausitz () der einzige für den LKW-Verkehr uneingeschränkt nutzbare Übergang zwischen Sachsen und Böhmen ist. Er zeichnete sich nach dem Neubau der Abfertigungsanlagen (2001) durch sehr kurze LKW-Abfertigungszeiten (15 min) aus, was zusätzlichen Verkehr anzog. Dadurch wurde Altenberg im Sommer 2005 von ca. 3.900 LKW pro Tag passiert. Dieser Durchgangsverkehr (etwa alle 22 s ein LKW) stellte eine große Belastung (Lärm, Gefahrenquelle etc.) nicht nur für Altenberg selbst, sondern auch für den Ortsteil Kipsdorf dar. Ab März 2006 war deshalb die chronisch überlastete B 170 für den bergwärts fahrenden Schwerlastverkehr bis zur Inbetriebnahme der Bundesautobahn 17 Dresden – Prag (21. Dezember 2006) gesperrt.
Seit 1923 ist Altenberg Endpunkt der 38 km langen Müglitztalbahn, welche die Bergstadt durch das Müglitztal mit Heidenau und dem oberen Elbtal verbindet. Die Bahnstrecke hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung Altenbergs zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge geleistet.
Ansässige Unternehmen
Rehaklinik „Raupennest“ (170 Beschäftigte)
Bildung
Grundschule Altenberg
grenzüberschreitender Bergbaulehrpfad
"Glückauf"-Gymnasium Dippoldiswalde/Altenberg, Außenstelle Altenberg, mit sportlicher Ausrichtung
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Max Gross
Paul Lotze
Hans-Georg Günzel
Söhne und Töchter der Stadt
, Kreuzkantor
Georg Melhorn (1513-1563), Pädagoge und evangelischer Theologe
Wolfgang Meurer (* 13.5.1513 Altenberg † 6.2.1585 Leipzig), Mediziner, Lehrer
Georg Victor Schmid (Viktor Schmidt) (* 24.1.1811 Altenberg † 19.1.1877 Dresden), Jurist, Historiker, Bibliothekar, Geheimer Finanzsekretär
Max Nacke (* 26.4.1883 Altenberg † 8.8.1958 Altenberg), Mundartdichter
Helmuth Gröger (* 9.12.1890 Altenberg † 16.5.1957 Meißen), Historiker, Archivar, Museumsleiter
Fritz Große (1904-1957), Widerstandskämpfer, DDR-Botschafter
Theo Schumann (1928-1990), Jazzmusiker und Bandleader ("Theo Schumann Combo")
Michael Rösch (1983), Olympiasieger mit der Biathlon-Herrenstaffel bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
(1605-1673), 1663-1673 Bergmeister und Markscheider in Altenberg
Max Braun (1913-1989), erfolgreicher Trainer im Biathlon, der Nordischen Kombination und im Spezialsprunglauf, lebte von 1947 bis zu seinem Tode 1989 in Altenberg
Literatur
Wolfgang Barsch et. al.: Das erzgebirgische Zinn in Natur, Geschichte, Technik. Altenberg 1988.
Karlheinz Blaschke: Die geschichtliche Entwicklung im Osterzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.]: Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd. 10. Berlin 1966. S. 187-193.
Karlheinz Blaschke: Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Beiheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen (hrsg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und dem Landesvermessungsamt Sachsen). Leipzig/Dresden 2003.
Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.]: Um Altenberg, Geising und Lauenstein. Werte der deutschen Heimat Bd. 7. Berlin 1964.
Erich Fritzsch / Lothar Kempe: Osterzgebirge. Leipzig 1981.
Martin Hammermüller: Altenberg - Geising - Zinnwald. Reihe unser kleines Wanderheft Bd. 27. Leipzig 1954.
Bernhard Jasmand [Hrsg.]: Goethe. Ausflug nach Zinnwalde und Altenberg. Dresden 1949.
Egbert Kamprath: Altenberg. Bilder einer Stadt. Dresden 1999.
KOMPASS Karten GmbH [Hrsg.]: Kompass-Wanderkarte 1027 Osterzgebirge (1: 50.000) mit Lexikon Osterzgebirge. Rum/Innsbruck (o. J.).
Landesvermessungsamt Sachsen [Hrsg.]: Topographische Karte 1:25.000. Blatt 38 Osterzgebirge – Altenberg. Ausgabe mit Wanderwegen. Dresden 1997.
Christian Maul: Osterzgebirge. Reihe Städte und Landschaften Bd. 26. Leipzig 1966.
Sächsisches Oberbergamt / Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie [Hrsg.]: Die Zinnlagerstätte Altenberg. Reihe Bergbau in Sachsen Bd. 9. Dresden 2002.
Karl-Hans Pollmer: Rund um den Geisingberg. Aus der Kirchen- und Heimatgeschichte des Osterzgebirges. Berlin 1979.
Otto Eduard Schmidt: Zur Siedlungsgeschichte der Flussgebiete der Müglitz und der Gottleuba. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Heft 9-12/1927. Dresden. S. 367-378.
Rudolf Schumann: Manuskripte der Bergbaugeschichte des Osterzgebirges. (hrsg. vom Knappenverein Altenberg e.V.). Kleinvoigtsberg 2003.
Dietrich Zühlke: Stadtsiedlungen im östlichen Erzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.]: Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd 10. Berlin 1966. S. 244-257.